Willkommen bei unseren akutellen Beiträgen

Hier findet ihr interne und externe Veranstaltungen, Projekte, Informationen etc. Wir bemühen uns, soweit es unsere Kapazitäten erlauben, die Seite laufend zu aktualisieren.

Die neuesten fremdenrechtlichen Entwicklungen, interessante interne und externe Veranstaltungen und aktuelle Diskurse findet ihr auch in unserem Hintergrundbericht, unserem Newsletter sowie auf unserer Facebook-Seite. Wenn du keine Infos mehr versäumen möchtest, abonniere bzw. kontaktiere uns!

Loving Day 2018

Der Loving Day erinnert an einen Meilenstein in der Geschichte der Anti-Apartheidbewegung: Am 12. Juni 1967 wurde das Verbot von Ehen zwischen weißen und nicht-weißen Partner*innen in den USA aufgehoben.
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Freitag, 22. Juni (ab 14 Uhr @ Lush Rotenturmstrasse ) und Samstag, 23. Juni (ab 11 Uhr @ Lush Mariahilferstrasse) ist es soweit! Im Rahmen des Lush Charity Pot Events dürfen wir in den Filialen über den Loving Day und unsere Initiative Ehe ohne Grenzen informieren! Wir freuen uns! Sei dabei! Besuche uns!

Generalversammlung

An alle Mitglieder und die die es noch werden wollen:

Wir laden euch sehr herzlich ein zur GENERALVERSAMMLUNG der Initiative EHE OHNE GRENZEN, die am MONTAG, dem 14.05.2018, in der Zeit von 18:00-19:30 Uhr im Büro von SOS-Mitmensch (Zollergasse 15; 1070 Wien) stattfinden wird.

Margarete, Claudia, Beate, Julia – Vorstand von EOG

Die TAGESORDNUNG für die Generalversammlung der Initiative EHE OHNE GRENZEN 2018:
Zeit: MONTAG, 14.05.2018, 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Ort: Büro von SOS-Mitmensch, Zollergasse 15, 1070 Wien

1. Begrüßung und Eröffnung
2. Feststellung der Beschlussfähigkeit
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Genehmigung des Protokolls der letzten Generalversammlung
5. Berichte der Obfrau und weiterer Mitglieder über Vereinsaktivitäten bisher
6. Bericht der Kassierin
7. Bericht der Rechnungsprüferinnen und Entlastung des Vorstandes
8. Wahlvorschlag 2018:
Margarete Gibba – Obfrau
Claudia Grobner – stellvertretende Obfrau
Beate Neunteufel-Zechner– Schriftführerin
Julia Bruch – Kassierin
Elisabeth Smjekal und Helmut Schramke – Rechnungsprüfer_innen
9. Wahl des Vorstandes
10. Wahl der Rechnungsprüfer_innen
11. Vorstellung des neuen Vorstandes
12. Ausblick in die Aktivitäten der nächsten Monate
13. Information + Diskussion
14. Allfälliges

Euer Team von EHE OHNE GRENZEN!

NEU! Jahresbericht 2017 online!

Jahresbericht 2017
Mensch könnte fast sagen, dass wir mit einem lauten „Ahhhhhhh“ in das Jahr 2017 gestartet sind, als im Februar plötzlich unsere Homepage nicht mehr online war, die Asylgesetzesnovellen eine Verschlechterung nach der anderen für Asylwerber_innen mit sich brachten und unser Vereinskonto uns Sorgen machte. Spätestens nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse fühlten wir uns in unserem „Ahhhhhhh“ bestätigt. Unser Kampf für eine Entschärfung des Fremdenrechts und für die Rechte binationaler Paare und Familien wird nicht leichter werden. Doch wir lassen uns nicht entmutigen. Gestärkt mit elf Jahren Erfahrung in der Beratungs- und Informationsarbeit fangen wir standhaft wieder von Vorne an! Also in diesem Sinne: “JAhhhhhhh, ich will!“ … Weiterlesen!

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Binationale Paare im Porträt

Neu: Lisa und Strahinja!

Einige interessierte Paare haben sich in Folge eines Aufrufs des „MO-Magazins für Menschenrechte“ von SOS-Mitmensch bei uns gemeldet. Erstmal DANKE dafür! Das MO-Magazin stellte auch in der letzten Ausgabe des Jahres 2017 die Lebenssituation zweier binationaler Paare in Form einer Foto-Porträt-Strecke mit kurzem Text vor. Im Zentrum steht die Präsentation binationaler Partnerschaften als Beispiel für gelebte Vielfalt in Österreich.

Im Porträt der Ausgabe Nr. 48: Ralf und Sakera

Im Porträt der Ausgabe Nr. 49: Lisa und Strahinja

Beratungsanfragen steigen weiter!

Liebe Leute! Zu Jahresbeginn möchten wir euch die Beratungszahlen des vergangenen Jahres mitteilen:

Im Jahr 2017 haben wir …

  • 218 persönliche Beratungsgespräche für Familien aus ganz Österreich durchgeführt. Das ist ein Plus von 15% im Vergleich zum Jahr 2016.
  • 110 telefonische Beratungsgespräche abgehalten. Das ist ein Plus von 80% im Vergleich zum Jahr 2016.
  • 900 Beratungen via E-Mail durchgeführt.
  • 11 offene Beratungsnachmittage veranstaltet.

Ein ♥ Danke an unsere Beraterinnen!

Unsere Beratungsaktivitäten werden ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen durchgeführt und der Bedarf steigt und steigt, leider!
Um auch weiterhin unabhängige Beratung in fremdenrechtlichen Belangen durchführen zu können und mit binationalen Familien und Lebensgemeinschaften einen Weg durch den Fremdenrechtsdschungel zu schlagen, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen!Spende auch du!

Großdemo gegen Rassismus und Faschismus

Am Samstag, 17. März, werden auf der ganzen Welt zehntausende Menschen im Rahmen des UN-Tages gegen Rassismus für Vielfalt, Toleranz und Multikulturalismus protestieren. Ein breites Bündnis aus den Wiener Grünen, Volkshilfe, SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen gegen Notstandspolitik, ÖH und der Plattform für eine menschlichen Asylpolitik rufen zur um 14 Uhr Demonstration am Karlsplatz auf: Homepage | Facebook

1. März: Kickoff-Veranstaltung zur Großdemo

Wir wollen den Widerstand zusammenbringen und laden zur Kickoff-Veranstaltung am Donnerstag, 1. März um 19 Uhr im Treitl-Informatikhörsaal an der TU Wien (Treitlstraße 3, 1040 Wien) ein. Es sprechen u.a. Erich Fenninger (Volkshilfe), Axel Magnus (SozialdemokratInnen und GewerkschafterInnen gegen Notstandspoliti), Michael Genner (Asyl in Not, Plattform für eine menschliche Asylpolitik). Homepage | Facebook

Mithelfen bei der Mobilisierung für #M17

Wir wollen, dass die Demonstration so groß wie möglich wird und die Wiener Innenstadt aus allen Nähten platzt. Was du tun kannst:

  • Lade deine Familie, Freund_innen und Bekannte aus deinem Umfeld zur Demo ein
  • Verteile Flyer auf deinem Arbeitsplatz, in der Schule, in der Uni/FH, etc.
  • Hinterlege Flyer in Postkästen
  • Hänge Plakate in Kaffeehäusern, Lokalen, Bars, etc. auf
  • Organisiere Flyer-Verteilaktionen, beispielsweise vor Schulen oder bei Ubahn-Ausgängen (dazu ist keine Anmeldung notwendig)
  • Teile und verbreite das Event auf Facebook, Twitter, Instagram, und so weiter

Ehe ohne Grenzen ist Mitglied der Plattform für eine menschliche Asylpolitik.
Alle weiteren Tipps findest du auf der Homepage!

 

Leben mit dem Fremdenrecht

Anna Lisa von „umstandslos – Magazin für feministische Mutterschaft“ schreibt: „Dieser Beitrag [von unserer Vereinsobfrau] hat in den letzten Monaten vermutlich noch mehr an Bedeutung gewonnen. Wie sich die aktuelle politische Lage auf betroffene Familien auswirken wird, das werden wir vermutlich bald erleben. Oder als Nicht-Betroffene auch gar nicht mitbekommen, weil die mediale Berichterstattung darüber doch sehr dünn gesät ist.
Meine Familie bekommt es auf jeden Fall ständig zu spüren: Auch wenn wir nicht mehr verheiratet sind, der Stress, ob er bleiben darf, der bleibt. Jetzt wurde ihm sein Konto gekündigt. Ohne konkrete Begründung. Man dürfe, hieß es. 
Das Damoklesschwert baumelt bedrohlich. Wir haben noch knapp zwei Jahre Schonfrist bis zur nächsten Verlängerung der Niederlassungsbewilligung und schon beim Gedanken daran bekommen wir Bauchschmerzen. Auch ich, denn obwohl getrennt, ist das Aufenthaltsrecht des Vaters meine Kinder schließlich auch für mich wichtig“.

Es folgt der Beitrag, ein Gastbeitrag von Margarete Gibba für umstandslos:
Sich als Österreicher_in in eine_n Drittstaatsangehörigen zu verlieben, stellt man/frau vor Herausforderungen, die sich in den kühnsten (Alb)Träumen niemand vorstellen kann. Nein, das soll keineswegs ein Appell sein, dies nicht zu tun, sich vom Aufenthaltsstatus des anderen von irgendetwas abhalten zu lassen. Vielmehr geht es an dieser Stelle darum, die alltäglichen Sorgen zu beleuchten, die eins als binationales Paar hat, vor allem mit Kindern.

Sind die ersten Schritte getan, nämlich überhaupt erst einmal zu heiraten und für den_die ausländische_n Ehepartner_in einen Aufenthaltstitel zu erkämpfen, ist schon viel geschafft: es ist geschafft, die notwendigen Papiere zu besorgen, und zwar in Österreich und im jeweiligen Herkunftsland des Partners/der Partnerin, diese übersetzen und beglaubigen zu lassen und zu entscheiden, in welchem Land geheiratet wird – falls überhaupt eine Entscheidungsmöglichkeit gegeben ist. Es wurde JA gesagt, gefeiert (hoffentlich) und sich nach kurzer Freude erneut aufgerafft, um den nächsten Behördengipfel zu erklimmen: den „Aufenthaltstitel Familienangehörige_r“ für seine_n Angetraute_n zu beantragen. Dafür hat der/die österreichische Ehepartner_in das erforderliche Einkommen von rund 1.308 Euro netto alleine aufgebracht, genügend Wohnraum nachgewiesen, beide haben bewiesen, dass keine Vorstrafen und keine Schulden vorhanden sind. Der/die nichtösterreichische Partner_in hat es geschafft, ein A1-Deutschprüfungszeugnis zu bekommen – oft vom jeweiligen Herkunftsland aus, in dem es wahrscheinlich gar kein zertifiziertes Prüfungsinstitut gibt. Außerdem haben es die Mitarbeiter_innen der österreichischen Behörden nicht geschafft, das Paar zu entmutigen und der Papierstoß von gefühlten 500 A4-Seiten ist abgegeben – nachdem das Formular ausgefüllt wurde und man/frau es geschafft hat, von den vielen angegebenen Aufenthaltstiteln den richtigen anzukreuzen.

Anträge und Aufenthaltstitel
Ist das alles erledigt, kann aufgeatmet und versucht werden, den Alltag aufzunehmen. Spätestens nach einem Jahr wird das Paar jedoch wieder an seine Pflichten erinnert: der Aufenthaltstitel läuft ab und muss erneut beantragt werden. Im besten Fall hat der/die ausländische Partner_in in der Zwischenzeit Arbeit gefunden, denn zu zweit ist das geforderte Mindesteinkommen leichter aufzubringen. Kommen nun Kinder dazu, erhöht sich die vom Staate Österreich geforderte Summe um 134,95 Euro pro Monat und Kind.

Damit ist es jedoch nicht getan, innerhalb von zwei Jahren muss der ausländische Elternteil nun einen Deutschtest auf A2-Niveau bestehen, um den Aufenthaltstitel verlängert zu bekommen. Gelingt das, wird ein Visum für drei Jahre ausgehändigt. Soll daraus ein unbefristetes Visum werden, muss eine Deutschprüfung auf B1-Niveau nachgewiesen werden. Soll es die Staatsbürgerschaft sein, müssen zusätzlich drei Jahre hindurch beide Ehepartner_innen immer ausreichend verdient haben, es darf keine Vorstrafen (Schnellfahren zählt auch) geben und ein Staatsbürgerschaftstest ist zu bestehen. Das alles aber erst – so einfach ist das ja nicht – nach mindestens 6 Jahren legalen Aufenthalts in Österreich und fünf Jahren aufrechter Ehe, in den meisten Fällen fremdenpolizeilich überprüft: also die Ehe, ob sie wohl keine Aufenthaltsehe ist (mittels Inspektion der Zahnbürsten, Bettwäsche, schmutzigen Unterhosen und intimer Befragung sowie Nachforschung bei den Nachbar_innen).

Angst und Alltagsrassismus
Im Klartext bedeutet das: ständige Angst vor Arbeitslosigkeit, den Zwang, JEDEN Job anzunehmen bzw. zu behalten, Angst vor Krankheit, da diese zum Verlust des Aufenthaltsrechts führen kann, großen Leistungsdruck, da das Nicht-Bestehen der Deutschprüfung zum Verlust des Aufenthaltstitels führen kann. Und nein, hat das Paar Kinder, hilft das gar nichts. Dadurch wird das Recht auf Aufenthalt in Österreich nicht gewährleistet, selbst wenn die Kinder österreichische Staatsbürger_innen sind. Das heißt nein, in Österreich haben Kinder nicht das Recht auf beide Elternteile.

Das heißt ja, die Fremdengesetze leisten ganze Arbeit. Sie erfüllen ihren Zweck. Leute mit keiner oder geringer Schulbildung, ohne Arbeit, Menschen mit Behinderung, Menschen, die krank sind und nicht arbeiten können, Studierende, Menschen mit (zu) vielen Kindern und (zu) wenig Einkommen wird durch diese Gesetze das Recht verwehrt, mit dem Vater/der Mutter ihrer Kinder in Österreich leben zu können.

Doch verwunderlicherweise gibt es trotzdem noch viele Menschen, die es schaffen, diese Auflagen zu erfüllen und hier in Österreich mit ihren Familien zu leben. Vielleicht sind eines Tages alle Familienmitglieder österreichische Staatsbürger_innen, fast schon ein aufgezwungenes Ziel.

Sie müssen dann nur noch mit Dingen wie Alltagsrassismus kämpfen. Verglichen mit den Jahren, als das Damoklesschwert der Zwangstrennung der Familie über ihnen hing, erscheint das dann fast wie ein Klacks. Bis es wieder passiert, dass das eigene Kind beschimpft wird, dann wird der Klacks zur Sonnenfinsternis.

Details: Über umstandslos