Verhetzungen melden!

Folgender rassistischer Vorfall wurde uns vor kurzem mitgeteilt und obwohl er uns fassungslos macht wollen und müssen wir ihn mit euch teilen. Es ist wichtig, dass derartige Vorfälle gemeldet werden! Verhetzung und Wiederbetätigung sind Straftaten. Jede und jeder von uns kann mitwirken und gegen den Rechtsruck und für eine solidarische Gesellschaft in Österreich und Europa eintreten!

Hilfreiche Links:
http://www.doew.at/
https://zara.or.at/

Dieser Brief wurde an den Bundespräsidenten, den Landeshauptmann des Burgenlandes und die Zeitung Falter gesendet:

Rassistischer Wiederbetätigungsvorfall „Rassenschande“

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,
Cc: Florian Klenk, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter

Mit größter Besorgnis schildere ich Ihnen den folgenden rassistisch motivierten Wiederbetätigungs-Vorfall der meiner Freundin, ihrem Mann und ihren gemeinsamen Kindern im Seebad Breitenbrunn/Burgenland passiert ist. Aus Gründen des Schutzes dieser Familie und um sie nicht noch angreifbarer zu machen, möchten sie namentlich nicht genannt werden. Ich war zu diesem Zeitpunkt im Seebad, und bekam den Vorfall wenige Minuten danach geschildert.

Parkplatz Seebad Breitenbrunn, Samstag 4. August, gegen 13 Uhr:

Meine österreichische Freundin und ihre 3 Kinder (2, 5, 8 Jahre alt) gehen vom Parkplatz Richtung Seebad. Ihr Mann, ursprünglich aus Kamerun kommend und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzend, war zu diesem Zeitpunkt noch beim Auto und packte die Badesachen aus.

Vier Männer (um die 50) nähern sich meiner Freundin, sehen die Kinder und einer von ihnen sagt „Das ist Rassenschande“.

Meine Freundin war total fassungslos, dass sie erst einmal dachte, sie höre nicht recht und fragte nach: „Hab ich das richtig gehört?“
„Ja“
„Wissen Sie, was sie da gesagt haben? Das sagt keiner zu meinen Kindern! Wenn Sie das noch einmal sagen, zeige ich sie an! Woher kommen Sie überhaupt?“
„Aus dem Burgenland“.
Zwei Personen, die gerade vorbeigingen, hörten das, zeigten sich schockiert und meinten: „Nicht alle denken so!“.

Die abartige rassistische Formulierung, dass Kinder von AfrikanerInnen und EuropäerInnen eine „Rassenschande“ seien, ist eine klare Aussage, die unter Wiederbetätigung fällt und somit strafbar ist. Leider bringt uns eine „Anzeige gegen Unbekannt“ nicht weiter. Den Vorfall melden wir aber ZARA, Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit und zudem ergeht das Email an Kopie an den Chefredakteur des Falters, Herrn Florian Klenk.

Was uns aber schon weiterbringt, ist die selbstgerechte Formulierung der Männer, dass sie aus dem Burgenland seien. Das zeigt, dass es in diesem Bundesland offenbar kein Problem darstellt, sich der Wiederbetätigung strafbar zu machen.

Ich nehme diesen Vorfall mit größter Besorgnis zur Kenntnis, und wende mich daher an Sie beide:

Sie, Herr Bundespräsident, sollen von diesem Vorfall Bescheid wissen, da es ein Indiz dafür ist, in welche Richtung sich unser Land unter der aktuellen politischen Führung entwickelt.

Sie, Herrn Landeshauptmann, bitte ich mitzuhelfen, dass auch das Burgenland sich als weltoffenes Bundesland der Akzeptanz und Anerkennung von Diversität versteht. Da auch ihr Koalitionspartner jegliche Nähe zu NS-Propaganda stets mit aller Klarheit von sich weist, und nur Einzelfälle von Wiederbetätigung von Parteimitgliedern vorkommen, gehe ich davon aus, auf ihre Unterstützung und jene ihrer Koalitionspartner zählen zu können.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

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